{"id":11172,"date":"2024-06-04T16:00:47","date_gmt":"2024-06-04T16:00:47","guid":{"rendered":"https:\/\/foerderverein-theatersommer.net\/archiv\/?page_id=11172"},"modified":"2024-06-15T09:02:47","modified_gmt":"2024-06-15T09:02:47","slug":"ein-viertel-jahrhundert-die-geschichte-des-theatersommers","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/foerderverein-theatersommer.net\/archiv\/ein-viertel-jahrhundert-die-geschichte-des-theatersommers\/","title":{"rendered":"Ein Viertel Jahrhundert"},"content":{"rendered":"<p><b><span style=\"font-size: 18pt;\">Ein Viertel Jahrhundert<\/span> <br \/>\nDie Geschichte des Theatersommers\u00a0<br \/>\n<\/b><span class=\"Apple-converted-space\" style=\"font-size: 10pt;\">Text zum 25. Jubil\u00e4um &#8211; von P. Kratz,C. Wolff, L. Fritschle<\/span><b><span class=\"Apple-converted-space\"><br \/>\n<\/span><\/b><\/p>\n<p><b>EIN GEWAGTES EXPERIMENT<br \/>\n<\/b>25 Jahre ist es nun her, dass Venus, Adonis und der Eber durch das, damals noch urw\u00fcchsige, Dickicht des Cluss-Gartens jagten und so den Grundstein f\u00fcr das Konzept \u201eTheatersommer\u201c legten. Quasi aus dem Nichts schufen Christiane Wolff und Peter Kratz die Freilichtspielst\u00e4tte im Herzen der Stadt, deren k\u00fcnstlerische Leitung ihnen noch heute obliegt. Am Anfang war es ein gewagtes Experiment, doch mittlerweile hat sich der Theatergarten zu einem festen Bestandteil der Kulturszene von Stadt und Region etabliert, ist weit \u00fcber die Stadtgrenze hinaus bekannt und beliebt.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Begonnen hatte es 1991 mit Shakespeare und so ging es auch noch einige Jahre weiter, die Spielst\u00e4tte wurde gar \u201eShakespeare-Garten\u201c genannt. Man war drauf und dran, eine Art \u201eShakespeare-Company\u201c des wilden S\u00fcdens zu werden. Nahezu alle gro\u00dfen Werke des Briten standen in den 90er Jahren auf dem Spielplan. Nach \u201eVenus, Adonis und der Eber\u201c folgten in den n\u00e4chsten Sommern unter anderem \u201eHamlet &amp; Othello\u201c im Zweikampf, Golfschl\u00e4ger schwingend \u201eRomeo+Julia\u201c, die \u201eKaufm\u00e4nner von Venedig\u201c und die Liebeswirren der \u201eSommernachtstr\u00e4ume\u201c. Auch \u201eWie es euch gef\u00e4llt\u201c oder \u201eWas ihr wollt\u201c wurden, ganz im Sinne des Meisters, kr\u00e4ftig gegen den Strich geb\u00fcrstet. Das Publikum jedenfalls genoss die Werke Shakespeares, bis die Figuren des Briten in Gestalt von Strindbergs \u201eFrl. Julie\u201c erstmals Gesellschaft bekamen.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><b>FRECH, RASANT, RESPEKTLOS<br \/>\n<\/b>Wer damals tats\u00e4chlich Klassisches erwartete, war schief gewickelt: Kratz\u00b4 und Wolffs Versionen der Stoffe waren von Beginn an ebenso frech und rasant wie respektlos. Selbstbewusst bedienten sie sich der Sprache, Handlung und Charaktere des Originals, um ein fast g\u00e4nzlich neues St\u00fcck mit eigenen, heutigen Akzenten zu kreieren. Dabei setzten ihre Bearbeitungen stets auf eine starke inhaltliche Verdichtung sowie die damit verbundene Reduktion des Ensembles und vertrauten auf dessen F\u00e4higkeit, von einem Moment auf den anderen glaubhaft von der <span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 \u00a0 <\/span>einen in die andere Rolle zu schl\u00fcpfen.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Im Zentrum der \u201eTheatersommer-Bearbeitungen\u201c steht bis heute ein sehr k\u00f6rperbewusster, beinahe t\u00e4nzerischer Zugang zu den Figuren, was den Schauspielern einiges an Virtuosit\u00e4t abverlangt. Ein besonders markantes Beispiel f\u00fcr die individuelle Stilistik und den unverwechselbaren Umgang mit den gew\u00e4hlten Vorlagen bieten die, in diesem Sommer erneut auf dem Spielplan stehenden, \u201eSommer-Nachts-Tr\u00e4ume\u201c.<\/p>\n<p><b>WANDELBARKEIT ALS GRUNDPRINZIP<br \/>\n<\/b>Mit Beginn des neuen Jahrtausends ver\u00e4nderte sich die bis dahin sehr erfolgreiche Zusammenarbeit des Leitungsduos Kratz und Wolff. Peter Kratz, der bisher neben der konzeptionellen, dramaturgischen Arbeit als Schauspieler vor allem die k\u00f6rperbetonte Theatersprache gepr\u00e4gt hatte, verlagerte seinen Schaffensschwerpunkt ebenfalls auf die Regie.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><b>KINDER- UND FAMILIENTHEATER<br \/>\n<\/b>Und auch Christiane Wolff setzte in dieser Zeit einen neuen und f\u00fcr die Zukunft sehr wichtigen Akzent. Im Jahre 2000 ert\u00f6nte mit Kiplings Dschungelbuch der Startschuss f\u00fcr eine weitere Sparte des ThS: das Kinder-\/ <span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>Familientheater. Seit nunmehr 15 Jahren verwandelt Wolff die Helden Astrid Lindgrens, Otfried Preu\u00dflers oder Cornelia Funkes in Figuren aus Fleisch und Blut und sorgt dabei in typischer Manier daf\u00fcr, dass w\u00e4hrend des Applauses der Blick von der Trib\u00fcne des Kindertheaters mit gro\u00dfen Fragezeichen in den Augen durch die Reihen der Verbeugenden wandert. Wo sollen all die Figuren hin verschwunden sein, mit denen man im Verlaufe der letzten Stunde so herzhaft mitfieberte?<\/p>\n<p>So hatte man sich nach 10 Jahren quasi neu erfunden, der grunds\u00e4tzlichen Philosophie tat dies jedoch keinen Abbruch. Vielmehr erlaubte dieser Prozess, die Spielst\u00e4tte und den im Umgang mit ihr entwickelten Stil noch facettenreicher zu gestalten. Das k\u00fcnstlerische Spektrum verbreiterte sich durch die unterschiedlichen inszenatorischen Handschriften und die Zuschauerzahlen kletterten in die H\u00f6he. W\u00e4hrend Christiane Wolff weiterhin beweist, dass es m\u00f6glich ist, auf den ersten Blick kom\u00f6diantisch anmutende Stoffe mit nachhaltig ber\u00fchrendem Tiefgang zu inszenieren, bewegt sich Peter Kratz seither verst\u00e4rkt im Bereich der tragischen, wenn auch nicht zwingend &#8218;dramatischen&#8216; Vorlagen. Seine<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>Inszenierungen von Hermann Hesses \u201eSteppenwolf\u201c oder gar Franz Kafkas \u201eProzess\u201c etablierten eine weitere S\u00e4ule der Spielplankonzeption: Literaturadaptionen.<\/p>\n<p><b>FILM, LITERATUR, THEATER<br \/>\n<\/b>Auch abseits des geschriebenen Wortes suchte man Inspiration und befand sich so unter den Ersten, die sich \u2013 bereits 2002 mit \u201eDown by Love\u201c nach Jim Jarmuschs \u201eDown by Law\u201c \u2013<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>der Herausforderung stellten, aus dem Kino vertraute Erz\u00e4hlungen f\u00fcr die B\u00fchne aufzubereiten. Mit Woody Allens \u201ePurple Rose of Cairo\u201c konnte zum 20-j\u00e4hrigen Jubil\u00e4um 2010 erstmalig die deutsche Erstauff\u00fchrung eines Filmstoffs realisiert werden. In den letzten Jahren wurde das Genre \u201eFilm und Theater\u201c weiter ausgebaut. Durch den Erfolg von Filmadaptionen wie \u201eHimmel \u00fcber Berlin\u201c, \u201eEine Mittsommernachts-Sexkom\u00f6die\u201c oder \u201eHarry und Sally\u201c stiegen die Zuschauerzahlen noch einmal deutlich von ca. 10.000 auf \u00fcber 15.000 Besucher an. Vorl\u00e4ufiger H\u00f6hepunkt dieser Entwicklung war die deutsche Erstauff\u00fchrung von Truman Capotes \u201eFr\u00fchst\u00fcck bei Tiffany\u201c im Jahr 2014.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Es spricht f\u00fcr das Duo Kratz\/Wolff, dass sie sich bisher nicht auf ihren Erfolgen ausgeruht haben. Vielmehr wurden kommerzielle Erfolge stets daf\u00fcr benutzt, sich neue k\u00fcnstlerische Freir\u00e4ume zu erobern, die Rahmenbedingungen f\u00fcr die Schauspieler zu verbessern und die Infrastruktur weiter auszubauen.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>25 Jahre Theatersommer \u2013 das sind nahezu 50 Produktionen mit \u00fcber 250 Figuren und rund 210.000 Zuschauern, die der Theaterinsel mitten in Ludwigsburgs Innenstadt die Treue gehalten haben. Und bisher ist, &#8211; Gott sei dank \u2013 auch nach einem Vierteljahrhundert kein Ende in Sicht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Viertel Jahrhundert Die Geschichte des Theatersommers\u00a0 Text zum 25. Jubil\u00e4um &#8211; von P. Kratz,C. Wolff, L. 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