{"id":4757,"date":"2013-10-29T10:01:53","date_gmt":"2013-10-29T10:01:53","guid":{"rendered":"http:\/\/foerderverein-theatersommer.net\/archiv\/?page_id=4757"},"modified":"2024-06-28T07:36:31","modified_gmt":"2024-06-28T07:36:31","slug":"interview-susanne-kroll","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/foerderverein-theatersommer.net\/archiv\/interviews\/thema-theatersommer\/interview-susanne-kroll\/","title":{"rendered":"Jede Inszenierung hat etwas Besonderes"},"content":{"rendered":"<p><strong>Einmal wollte eine Frau unbedingt ihren Hund mitbringen und fragte, ob er auch ein Ticket ben\u00f6tigen w\u00fcrde. <\/strong>Interview mit Susanne Schmidt Kulturmanagerin<\/p>\n<p><em><span style=\"color: #800000;\">Du betreust die Besucher des Theatersommers. Egal ob am Telefon, in pers\u00f6nlichen Gespr\u00e4chen, an der Kasse oder \u00fcber den Online-Shop, du lernst die Zuschauer aus einer ganz anderen Perspektive kennen. Was f\u00fcr Menschen besuchen den Theatersommer? Beschr\u00e4nkt sich das auf eine bestimmte Zielgruppe oder Gesellschaftsschicht?<\/span><\/em><br \/>\nSusanne Schmidt: Nein, unsere Besucher sind sehr unterschiedlich. Der Theatersommer schafft, was viele erfolglos versuchen: volksnahes Theater auf professionellem Niveau anzubieten ohne zu elit\u00e4r daherzukommen oder auf der anderen Seite in die Volkstheater-Schiene abzurutschen. Die Mischung aus Klassikern, Film-Adaptionen und Kom\u00f6dien trifft bei einem sehr breiten Publikum auf eine beachtliche Resonanz. Dadurch haben wir neben den typischen Theaterg\u00e4ngern auch ganz viele Besucher, die sonst kaum ins Theater gehen, die aber die besondere Atmosph\u00e4re im Theatergarten genie\u00dfen und sich so auch einmal ein Schiller-St\u00fcck ansehen. Auch das Altersspektrum ist enorm: von Sch\u00fclern und Studenten \u00fcber Mittvierziger-Damenrunden bis hin zu achtzigj\u00e4hrigen Ehepaaren ist alles dabei. Wir haben ein sehr gro\u00dfes Stammpublikum, welches jedes Jahr schon gespannt auf die Ver\u00f6ffentlichung der Inszenierungen wartet und manche kommen zu jedem St\u00fcck in den Theatergarten. Einen typischen Theatersommer-Besucher gibt es nicht, es verbindet sie eigentlich nur die Freude an einem sch\u00f6nen Theaterabend unter freiem Himmel und die Vorliebe f\u00fcr die modern interpretierten Inszenierungen.<\/p>\n<p><em><span style=\"color: #800000;\">Und beim Kinder- und Familientheater?<\/span><\/em><br \/>\nSusanne Schmidt: Auch im Familientheater ist es recht gemischt, wobei es in der Natur der Sache liegt, dass vornehmlich Gro\u00dfeltern und M\u00fctter das Nachmittagsprogramm der Kinder gestalten. Allerdings l\u00e4sst sich in den letzten Jahren ein Anstieg des Erwachsenenanteils im Familientheater verzeichnen. Dies liegt einerseits daran, dass sich auch immer mehr V\u00e4ter f\u00fcr die Familieninszenierungen des Theatersommers begeistern lassen, andererseits dass immer mehr Erwachsene ohne Kinder den Weg in die Familienst\u00fccke finden. Das mag an der Regiearbeit von Christiane Wolff liegen, die nicht nur auf Kinderlacher abzielt, sondern auch f\u00fcr Erwachsene einiges zum Schmunzeln bietet oder auch an der Spielfreude der Schauspieler, die Kinder und Erwachsene gleicherma\u00dfen begeistert.<\/p>\n<p><em><span style=\"color: #800000;\">Inwieweit wollen Theaterbesucher im Vorfeld beraten werden? Was sind die h\u00e4ufigsten Fragen, die gestellt werden?<\/span><\/em><br \/>\nSusanne Kroll: Generell haben wir ein sehr angenehmes Publikum. Die meisten vertrauen darauf, dass sie bei uns einen sch\u00f6nen Abend haben werden. Daher sind die h\u00e4ufigsten Fragen organisatorischer Natur: wann sind die Kassenzeiten, wie kommt man vorab an Karten, wo kann man etwas essen, wo parken etc. Heikler wird es bei unbest\u00e4ndigem Wetter: da steht nat\u00fcrlich die Frage \u201eWas passiert, wenn es regnet?\u201c an oberster Stelle. Aber da bekommt man mit den Jahren eine ziemliche Gelassenheit, denn wie das Wetter tats\u00e4chlich wird, l\u00e4sst sich nur selten verbindlich vorhersagen und ob abgesagt wird, entscheidet die Intendanz.<\/p>\n<p><em><span style=\"color: #800000;\">Gibt es auch kuriose oder lustige Fragen?<\/span><\/em><br \/>\nSusanne Schmidt: Einmal wollte eine Frau unbedingt ihren Hund mitbringen und fragte, ob er auch ein Ticket ben\u00f6tigen w\u00fcrde. Seltsam fand ich die Frage, ob \u201edas Open-Air-Theater etwa drau\u00dfen\u201c sei\u2026<\/p>\n<p><em><span style=\"color: #800000;\">Braucht man viel Geduld mit den Theatersommer-Besuchern?<\/span><\/em><br \/>\nSusanne Schmidt: Eigentlich nicht. Nur bei schlechtem Wetter muss man die Nerven bewahren. Ausnahmen best\u00e4tigen nat\u00fcrlich die Regel \u2013 es gibt schon Menschen, die einem L\u00f6cher in den Bauch fragen. Das kann bei einem konstant l\u00e4utenden Telefon und sek\u00fcndlich eingehenden Emailanfragen zwar Stress verursachen, aber da gilt es \u201eZ\u00e4hne zusammenbei\u00dfen\u201c und freundlich bleiben.<\/p>\n<p><em><span style=\"color: #800000;\">Was hat sich hinter den Kulissen in den letzten Jahren ver\u00e4ndert?<\/span><\/em><br \/>\nSusanne Schmidt: Vieles, auch wenn das f\u00fcr die Besucher vielleicht nicht so sp\u00fcrbar ist. Seit meinem Anfang vor knapp zehn Jahren hat sich fast alles weiterentwickelt. Was mich immer wieder beeindruckt, ist die Energie, mit der sich Peter Kratz und Christiane Wolff trotz des enormen Erfolgs der st\u00e4ndigen Verbesserung widmen. Wie auch bei ihrer Regiearbeit nehmen sie die organisatorischen Abl\u00e4ufe und die technischen M\u00f6glichkeiten immer wieder unter die Lupe und pr\u00fcfen, ob sich etwas verbessern l\u00e4sst. So sind wir von einer reinen Informationsseite im Internet zu einer Service-orientierten Internetseite mit eigens entwickeltem Online-Ticket-Shop gekommen, die wir selbst pflegen k\u00f6nnen. Wir haben das Vorverkaufssystem von nur telefonischer Reservierung zu einem kundenfreundlicheren Service mit Telefon-, Emailreservierung und Online-Vorverkauf weiterentwickelt und dadurch unsere Planungssicherheit deutlich verbessert. Seit zwei Jahren kann man bei uns an der Abendkasse nun auch mit EC-Cash bezahlen. Die Pressearbeit hat sich von einem aufw\u00e4ndigen Postversand hin zu Pressenewslettern und einem Downloadportal auf der Internetseite entwickelt, was dank des herausragenden Rufs des Theatersommers sehr gut funktioniert. Unsere Werbemittel sind klarer strukturiert und optisch moderner geworden, ohne den typischen Theatersommer-Look zu verlieren und wir konnten die Verbreitung ausbauen. Was auch typisch Theatersommer ist: Best\u00e4ndigkeit \u2013 so ist das Kernteam eigentlich seit zehn Jahren dasselbe und es gibt auch einige Schauspieler, die seit vielen Jahren jeden Sommer wieder bei uns spielen. Dadurch entsteht eine Art \u201eTheatersommer-Familie\u201c, die j\u00e4hrlich gemeinsam den Sommer im Theatergarten verbringt.<\/p>\n<p><em><span style=\"color: #800000;\">Du schaust Dir viele Auff\u00fchrungen des Theatersommers an. Gibt es eine Lieblingsinszenierung?<\/span><\/em><br \/>\nSusanne Schmidt: Das ist nat\u00fcrlich schwer bei mittlerweile so vielen Inszenierungen. Obwohl ich mich selbst eigentlich als Kom\u00f6dien-Muffel einsch\u00e4tze, hat es mir Peter Kratz\u2018 Inszenierung von \u201eHarry &amp; Sally\u201c angetan (dabei fand ich den Film fad). Ich mochte auch die Commedia dell\u2019Arte \u201eDiener zweier Herren\u201c und Moli\u00e8res \u201eDer Geizige eingebildete Kranke\u201c und ich bin gro\u00dfer Fan von \u201eSteppenwolf\u201c, \u201ePurple Rose of Cairo\u201c und \u201eM wie M\u00f6we\u201c.<\/p>\n<p><em><span style=\"color: #800000;\">Und was ist f\u00fcr Dich das Besondere am Theatersommer?<\/span><\/em><br \/>\nSusanne Schmidt: Dass man sich immer auf die Qualit\u00e4t verlassen kann. Jede Inszenierung hat etwas Besonderes, die Schauspieler sind gro\u00dfartig, die Musik ist toll und die ganz besondere Atmosph\u00e4re in unserem Kleinod von Theatergarten ist einfach nicht zu \u00fcberbieten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Einmal wollte eine Frau unbedingt ihren Hund mitbringen und fragte, ob er auch ein Ticket ben\u00f6tigen w\u00fcrde. 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